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Ach, wie hab ich einst das Leben

Strophe 1

Ach, wie hab ich einst das Leben
für den Herrn mir schwer gedacht,
weil es galt daranzugeben,
was der Welt Vergnügen macht.
Und nun hab ich längst gefunden,
wie sich's leicht und selig geht,
wenn, vom Joche losgebunden,
man mit Gott im Bunde steht.

Strophe 2

Seit ich völlig mit dem alten,
wirren Sündenleben brach,
kann mit Gottes Hilf ich halten,
was ich zagend Ihm versprach.
Nicht geführt nur, nein, getragen
hat Sein starker Arm mich oft;
mit Ihm ward mir das Entsagen
leichter, als ich je gehofft.

Strophe 3

Wahrlich, die der Sünde starben,
finden seligen Genuss,
denn der Herr lässt keinen darben,
bei dem Herrn ist Überfluss.
Der die Fesseln hieß zerspringen,
öffnet dann die Siegeshand,
danken, jauchzen und lobsingen
muss, wer diesen Retter fand.

Strophe 4

Herr, mein Sehnen, mein Verlangen
sich in eins zusammenfasst:
fester stets an Dir zu hangen,
der Du mich gerettet hast.
Meine Seele ist genesen,
denn ich habe Dich gesehn,
lass nun auch vom alten Wesen
jeden Rest an mir vergehn!

Liederbücher

  • Reichslieder 1909Nummer: 207

Notensatz (4 Stimmen gemischt)